PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN: Penélope Cruz im ausführlichen Interview



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Als Penélope Cruz die Rolle der Angelica in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN, einer Produktion von Walt Disney Pictures und Jerry Bruckheimer Films, übernahm, war sie begeistert. Und dafür gab es mehrere sehr gute Gründe.

clip_image002Zunächst einmal war es ihre erste Rolle in einem hochbudgetierten Actionfilm: „Ich liebe es, in Europa zu drehen, und wenn ich in Amerika vor der Kamera stehe, tendiere ich in den meisten Fällen dazu, mir kleinere Projekte mit wenig Action auszusuchen, denn hier finde ich die interessantesten Charaktere“, erklärt die spanische Schauspielerin. „In diesem Film aber traf beides zusammen. Ich fand eine sehr interessante Figur in einem wirklich großen Film, hatte damit die Gelegenheit zu beobachten, wie diese Art Filme entstehen. Und die Welt der Piraten liebe ich, weil sie so anziehend, reizvoll und interessant ist.“

Und dann bot sich Cruz bei diesem Film die Gelegenheit zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Rob Marshall und Johnny Depp. Zuletzt stand Cruz mit Johnny Depp vor zehn Jahren für BLOW („Blow“, 2001) vor der Kamera, verkörperte die Ehefrau von Depps Figur George Jung. „Wir haben uns bei den Dreharbeiten zu BLOW wirklich sehr gut verstanden, sind Freunde geworden“, erinnert sich Cruz. „Dann aber habe ich ihn für einen langen Zeitraum nicht gesehen. Nachdem ich jetzt aber, nach all diesen Jahren, wieder sehr viel Zeit an seiner Seite verbringen konnte, verstehen wir uns jeden Tag immer besser.“

„Johnny ist jedem gegenüber so freundlich und liebenswürdig, er ist ein wirklich brillanter Kopf – ist smart, sehr clever, ein Schnelldenker und ausgesprochen komisch. Er ist einer der witzigsten Menschen, die ich kenne, und er hat ein großes Herz. Arbeitet man mit so jemandem zusammen, ist das eine besondere Erfahrung. Als Mensch ist er wirklich einzigartig.“

Penélope Cruz’ erste Zusammenarbeit mit Regisseur Rob Marshall war die Musicalverfilmung NINE („Nine“, 2009). Ihre herausragende Darstellung in der Rolle der Carla brachte der Spanierin Nominierungen für den Screen Actors Guild Award®, für den Golden Globe® und für den Oscar® ein. Für ihren preisgekrönten Regisseur findet Cruz nur lobende Worte.

„Ich liebe Rob“, gibt die Oscar®-Preisträgerin zu. „Er erschafft diese großartige Familie von Menschen, die alle das gleiche Ziel verfolgen. Und jeder aus dieser Familie will ihn glücklich machen – wegen seiner Art und der Weise, wie er jeden behandelt.“

„Rob kann wirklich mit enormem Druck umgehen. Niemals wird er die Beherrschung verlieren, niemals respektlos gegenüber anderen sein. Ich habe das nicht ein einziges Mal bei ihm gesehen und dabei zwei Filme mit langen Dreharbeiten mit ihm absolviert. Dafür respektiere ich ihn wirklich“, fasst Cruz zusammen.

Penélope Cruz verkörpert im Film Angelica, die erste Piratin in der PIRATES OF THE CARIBBEAN-Reihe. Sie genoss es, als Piratin genauso durchtrieben und gerissen sein zu können wie Captain Jack Sparrow. „Beide Figuren versuchen, die Quelle der Jugend zu finden, und Angelica besitzt Informationen, die Jack Sparrow braucht, und er Informationen, die sie benötigt“, erklärt Cruz. „Sie brauchen einander aus vielen unterschiedlichen Gründen. Und diesen Umstand versuchen sie zu nutzen, wenn sie zusammen auf einem Schiff festsitzen.“

„Die ganze Zeit über versuchen sie sich gegenseitig hereinzulegen, helfen einander aber gleichzeitig. Ihre Dialoge miteinander sind wie ein gemeinsamer Tanz, das alles ist sehr clever und ausgesprochen gut geschrieben. Ich halte unser Drehbuch für wirklich großartig.“

Angelica ist mitnichten eine gewöhnliche Piratin. Mit dem Schwert kann sie so gut wie jeder andere umgehen, Captain Jack eingeschlossen. Und sie kann es in jeder Situation mit ihm aufnehmen. Das liegt vielleicht daran, dass sie die Tochter des meistgefürchteten Piraten aller Zeiten ist – die Tochter von Blackbeard, der von Ian McShane dargestellt wird.

Für Penélope Cruz war McShane die perfekte Wahl für die Rolle von Blackbeard: „Ich finde die Besetzung von Ian McShane ausgesprochen clever, er ist einfach ein großartiger Schauspieler und bringt etwas in diese Figur ein, das sich jedem Klischee verweigert. Bei allem, was er macht, bringt er Wahrhaftigkeit ein. Und in den Augen seiner Figur sieht man etwas, das einem wirklich Angst einjagt.“

„Angelica ist eine Piratin und denkt wie eine Piratin“, beschreibt Cruz ihre eigene Rolle. „Sie ist durchtrieben, manipulativ und auch gefährlich, wenn es die Situation erfordert. Sie liebt es, Spiele zu spielen, hat jedoch ein gutes Herz, und immer ist ihr Beweggrund ein guter. Aber sie hat einen religiösen Hintergrund und sehr ausgeprägte Wertvorstellungen.“

„Angelica will sich nicht eingestehen, dass sie ihrem Vater nicht vertrauen kann“, fährt Cruz fort. „Sie will ihm die Chance geben, sich zu verändern, und hört nicht auf, dafür zu kämpfen. Das aber ist sehr schwierig.“

clip_image003„Sie steckt also voller Widersprüche, und das macht meines Erachtens diese Figur so interessant. Sie weiß, dass sie zur Erreichung ihrer Ziele durchtrieben sein und Menschen manipulieren muss, zum Beispiel Jack Sparrow. Um ihm ebenbürtig zu sein, das weiß sie genau, muss sie eine sehr gute Lügnerin, eine sehr gute Schauspielerin und eine sehr gute Manipulatorin sein. Um ihre Ziele zu erreichen, kann sie jeden hereinlegen, aber letzten Endes ist das, was sie anstrebt, etwas Gutes.“

Zur Vorbereitung auf ihre Rolle musste Cruz lernen, mit dem Schwert zu kämpfen. „Vor Beginn der eigentlichen Dreharbeiten habe ich zwei Monate dafür trainiert“, erinnert sich die Schauspielerin. „Ich kannte also die ganze Choreographie, trainierte mit allen Spezialisten, allen Stuntleuten und meinem Stuntdouble – sie ist großartig.“

Regisseur Rob Marshall ging die Kampfszenen an, als wären es Tanznummern – eine Methode, die laut Penélope Cruz den Darstellern half, ihre Bewegungsabläufe leichter zu lernen: „In NINE gab es einige sehr große Musicalnummern. Für sie haben wir auf die gleiche Weise geprobt wie jetzt für die Kampfszenen. Rob hat die Kämpfe fast wie einen Tanz choreographiert, und das hat allen von uns dabei geholfen, sie schneller einstudieren zu können.“

Cruz bot sich die Gelegenheit, mit einigen der furchterregendsten Figuren des Films vor der Kamera zu agieren – mit den Zombies, die Blackbeards Crew bilden. Aber sie weist schnell darauf hin, dass sie nicht die geringste Angst dabei spürte: „Die Zombies können mich nicht wirklich schrecken, denn das waren alles großartige Typen, mit denen ich sechs Monate zusammen war. Einige von ihnen waren täglich fünf bis sechs Stunden beim Maskenbildner, und was hier das Make-up-Department geleistet hat, ist einfach erstaunlich.“

Wie Cruz erzählt, war jeder am Set ganz entzückt von den Meerjungfrauen, die bei der Suche nach der Quelle der Jugend eine wichtige Rolle spielen. „Jeder will doch Meerjungfrauen sehen. Wir haben uns alle schon vorgestellt, wie Meerjungfrauen wohl aussehen würden, gäbe es sie wirklich. Die Meerjungfrauen in diesem Film sind wunderschön, aber auch gefährlich. Ich erinnere mich, wie jeder am Set die Mädchen, die Meerjungfrauen und die Zeichnungen, die ein Bild von ihnen nach Einsatz aller Spezialeffekte vermitteln, sehen wollte. Und jetzt, da ich sie selbst gesehen habe, finde ich sie wirklich wunderschön. Sie sind sehr attraktiv, sehr sexy und geheimnisvoll.“

Für die Dreharbeiten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN konnte Cruz viele aufregende Originalschauplätze besuchen und auch an Bord von Blackbeards Piratenschiff, der Queen Anne’s Revenge gehen – eine Erfahrung, die die Schauspielerin mit ganzem Herzen genoss. „Es war einfach wunderschön, manchmal drehten wir mitten in der Nacht, bis die Sonne aufging. Auf diesem Schiff zu drehen, war pure Magie.“

„Wir hatten wirklich großes Glück, waren an so wunderschönen Drehorten auf Hawaii, auf Puerto Rico, auf dieser kleinen wunderschönen Insel Palominito, dann auch in London und Los Angeles. Es gab so viele Schauplätze, die wir für diesen Film besucht haben.“

clip_image005Oscar®-Preisträgerin Penélope Cruz hat bereits eine Vielzahl von faszinierenden Figuren gespielt und damit bewiesen, dass sie eine der vielseitigsten Schauspielerinnen überhaupt ist. Sie ist die erste spanische Schauspielerin, die für den Oscar® nominiert wurde und den wichtigsten Filmpreis als „Beste Nebendarstellerin“ in VICKY CRISTINA BARCELONA („Vicky Cristina Barcelona“, 2008) auch gewann. Für Woody Allens Filmhit wurde sie außerdem mit dem Award der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA), dem New York Film Critics Circle Award sowie mit dem National Board of Review Award ausgezeichnet.

Darüber hinaus stand Cruz für viele weitere Filme vor der Kamera, drehte unter anderem mit Johnny Depp BLOW („Blow“, 2001), mit Nicolas Cage CORELLIS MANDOLINE („Captain Corelli’s Mandolin“, 2001), mit Tom Cruise VANILLA SKY („Vanilla Sky“, 2001), mit Matthew McConaughey SAHARA – ABENTEUER IN DER WÜSTE („Sahara“, 2005), mit Sir Ben Kingsley ELEGY ODER DIE KUNST ZU LIEBEN („Elegy“, 2008) und mit Daniel Day Lewis und Nicole Kidman NINE („Nine“, 2009). Mehrfach spielte sie in Filmen von Regisseur Pedro Almodóvar, darunter in VOLVER – ZURÜCKKEHREN („Volver“, 2006) und ZERRISSENE UMARMUNGEN („Los Abrazos Rotos“, 2009).

Waren Sie ein Fan der ersten drei Filme und wie groß war Ihre Begeisterung, als Ihnen die Rolle angeboten wurde?

Ich habe alle drei Filme gesehen und sie geliebt. Ich musste richtig lachen, als ich sie mir ansah, war ich verblüfft von dieser Figur, die Johnny erschaffen hatte. Ich erinnere mich noch, wie ich den ersten Teil sah und dachte „Wow, das ist wirklich mutig und absolut brillant.“ Ich war sehr glücklich, als mir Rob in Aussicht stellte, dass wir diesen Film zusammen drehen könnten. Wir waren gerade in London, die Dreharbeiten zu NINE („Nine“, 2009) näherten sich dem Ende, und er fragte mich: „Würdest Du gerne mit mir und Johnny bei PIRATES 4 mitmachen?“ Auf jeden Fall, sagte ich. In einem solchen Film hatte ich noch nie mitgespielt, und die Aussicht auf eine weitere Zusammenarbeit mit beiden machte mich sehr glücklich. Natürlich hatten Johnny und ich zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre nicht mehr gemeinsam vor der Kamera gestanden.

Was gefiel Ihnen daran, wieder mit Johnny zu drehen, bei diesem Film wieder mit ihm zusammenarbeiten zu können?

Wir haben uns bei den Dreharbeiten zu BLOW („Blow“, 2001) wirklich sehr gut verstanden, sind Freunde geworden. Dann aber habe ich ihn für einen langen Zeitraum nicht gesehen. Nachdem ich jetzt aber, nach all diesen Jahren, wieder sehr viel Zeit an seiner Seite verbringen konnte, verstehen wir uns jeden Tag immer besser. Bei unserer Begegnung überraschte mich neben anderen Dingen ganz besonders, wie bescheiden er ist. Er ist jedem gegenüber so freundlich und liebenswürdig, er ist ein wirklich brillanter Kopf – ist smart, sehr clever, ein Schnelldenker und ausgesprochen komisch. Er ist einer der witzigsten Menschen, die ich kenne, und er hat ein großes Herz. Arbeitet man mit so jemandem zusammen, ist das eine besondere Erfahrung. Als Mensch ist er wirklich einzigartig.

clip_image006Sie sprachen bereits die erneute Zusammenarbeit mit Rob Marshall an. Was gefällt Ihnen besonders an ihm als Regisseur?

Ich liebe Rob, die Zusammenarbeit bei NINE war für mich eine großartige Erfahrung. Ich wollte schon immer in einem Musical mitspielen. Er kommt aus der Welt des Tanzes, ist Tänzer und Choreograph. Und ich war Tanzschülerin. Ich habe 17 Jahre getanzt, wenn auch nie professionell. Ich kenne also die erforderliche Disziplin und die Opfer, die man bringen muss, um Profitänzer zu werden. Und genau das war Rob und dazu noch Choreograph. Deshalb bringt er die entsprechende Arbeitsmoral auch in seine Filme ein. Er bringt sie zum Set mit, und das wirkt sich auf den Ton des ganzen Films und auf die ganze Crew aus. Er erschafft diese großartige Familie von Menschen, die alle das gleiche Ziel verfolgen. Und jeder aus dieser Familie will ihn glücklich machen – wegen seiner Art und der Weise, wie er jeden behandelt.

Rob kann wirklich mit enormem Druck umgehen. Niemals wird er die Beherrschung verlieren, niemals respektlos gegenüber anderen sein. Ich habe das nicht ein einziges Mal bei ihm gesehen und dabei zwei Filme mit langen Dreharbeiten mit ihm absolviert. Dafür respektiere ich ihn wirklich, denn ich weiß genau, wie schwer es ist, für einen so großen Film wie diesen verantwortlich zu sein, wenn täglich 400 Leute Fragen stellen und dich wahnsinnig machen. Er ist zu jeder Zeit und jedem gegenüber liebenswürdig und sanft, selbst wenn er nur drei Stunden geschlafen hat. Er ist ein echter Gentleman, nichts an ihm ist gestellt.

Rob hat viel Neues in den Film eingebracht. Zum einen mehr Humor, außerdem erstmals 3D und eine Romanze für Sparrow – auch das eine Premiere. Ich verkörpere die erste Piratin [in der Filmreihe], und das ist ein erfrischender, sehr neuer und wirklich witziger Ansatz. Darüber bin ich sehr glücklich – wie auch insgesamt über den fertigen Film. Er bringt einen wirklich zum Lachen, hat auch ein großes Tempo. Er rast vorbei wie eine abgeschossene Kugel. Und dann ist Schluss und man fragt sich: Wirklich? Das sollen zwei Stunden gewesen sein? Ich weiß nicht genau, wie lang der Film tatsächlich geworden ist, aber man hat das Gefühl, als wären nur fünf Minuten vergangen. Und das ist Robs Verdienst.

Sie haben von der ersten Piratin gesprochen. Was ist das für eine Figur, wie sieht ihre Persönlichkeit aus?

Angelica ist eine Piratin und denkt wie eine Piratin. Sie ist durchtrieben, manipulativ und auch gefährlich, wenn es die Situation erfordert. Sie liebt es, Spiele zu spielen, hat jedoch ein gutes Herz, und immer ist ihr Beweggrund ein guter. Aber sie hat einen religiösen Hintergrund und sehr ausgeprägte Wertvorstellungen. Sie steckt also voller Widersprüche, und das macht meines Erachtens diese Figur so interessant. Sie weiß, dass sie zur Erreichung ihrer Ziele durchtrieben sein und Menschen manipulieren muss, zum Beispiel Jack Sparrow. Um ihm ebenbürtig zu sein, das weiß sie genau, muss sie eine sehr gute Lügnerin, eine sehr gute Schauspielerin und eine sehr gute Manipulatorin sein. Um ihre Ziele zu erreichen, kann sie jeden hereinlegen, aber letzten Endes, ist das, was sie anstrebt, etwas Gutes.

Sie versteht sich besonders gut darauf, Jack hereinzulegen. Wie sieht diese Dynamik zwischen den beiden aus, was werden wir über Angelica herausfinden?

Angelica ist auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen Jack. Gleichzeitig aber braucht sie Jack, weil sie beide auf einer Mission sind, bei der der eine ohne den anderen nichts erreichen kann. Die ganze Zeit über versuchen sie, sich gegenseitig hereinzulegen, helfen einander aber gleichzeitig. Ihre Dialoge miteinander sind wie ein gemeinsamer Tanz, das alles ist sehr clever und ausgesprochen gut geschrieben. Ich halte unser Drehbuch für wirklich großartig. Es war wunderbar, mit Johnny diese Art Beziehung zu entwickeln. Wir kämpfen ja immer miteinander in den Filmen, die wir gemeinsam drehen. In BLOW waren wir miteinander verheiratet, stritten uns in jeder Szene. Auch in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN streiten wir viel, irgendwann müssen wir also einen Film finden, bei dem wir nicht als Feinde vor der Kamera stehen. Aber es sind bekanntlich immer Feinde, die sich lieben.

Warum braucht Angelica ihn? Wie sieht diese Mission aus? Um was geht es?

Beide Figuren versuchen, die Quelle der Jugend zu finden, und Angelica besitzt Informationen, die Jack Sparrow braucht, und er Informationen, die sie benötigt. Sie brauchen einander aus vielen unterschiedlichen Gründen. Und diesen Umstand versuchen sie zu nutzen, wenn sie zusammen auf einem Schiff festsitzen. Diese Beziehung zwischen den beiden zu entwickeln, hat wirklich großen Spaß gemacht.

Wie war das, als Sie das Schiff zum ersten Mal sahen, als sie zum ersten Mal an Bord eines Piratenschiffes gingen?

Es war unglaublich, auf diesem riesigen Schiff zu drehen. Einfach wunderschön. Manchmal drehten wir mitten in der Nacht, bis die Sonne aufging. Auf diesem Schiff zu drehen, war pure Magie. Wir hatten wirklich großes Glück, waren an so wunderschönen Drehorten auf Hawaii, auf Puerto Rico, auf dieser kleinen wunderschönen Insel Palominito, dann auch in London und Los Angeles. Es gab so viele Schauplätze, die wir für diesen Film besucht haben.

Wie muss man sich das vorstellen, ist es wie ein großes Abenteuer, wenn man so einen Film dreht?

Eines der wunderbaren Privilegien unseres Berufs ist es, so viel reisen und dabei wunderschöne Orte entdecken zu können. Alles, was wir auf Hawaii gesehen haben, war prachtvoll. Und manchmal kommt man dank eines Films an Orte, die man ohne diesen Beruf nie gesehen hätte oder, die nur schwer erreichbar beziehungsweise nur mit einer Sondergenehmigung zugänglich wären, wie diese ganzen Gebäude in England, die für diesen Film vor die Kameras kamen. Man lernt bei Filmen auch merkwürdige Dinge, bei diesem hier zum Beispiel den Schwertkampf.

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Wie lernten Sie mit dem Schwert zu kämpfen? Wie bereitet man sich auf die Rolle einer Piratin vor?

Vor Beginn der eigentlichen Dreharbeiten habe ich zwei Monate dafür trainiert. Ich kannte also die ganze Choreographie, trainierte mit allen Spezialisten, allen Stuntleuten und meinem Stuntdouble – sie ist großartig. Was wirklich gefährlich war, konnte ich nicht übernehmen. Alle passten sehr gut auf mich auf – Rob, Johnny, Jerry, das Studio, einfach jeder.

Gefällt Ihnen die körperliche Herausforderung? Drehen Sie gerne solche Szenen?

Ja, das tue ich. Wir gingen die Kampfszenen an, als wären es Tanznummern. In NINE gab es einige sehr große Musicalnummern. Für sie haben wir auf die gleiche Weise geprobt wie jetzt für die Kampfszenen. Rob hat die Kämpfe fast wie einen Tanz choreographiert, und das hat allen von uns dabei geholfen, sie schneller einstudieren zu können.

Sie haben Blackbeard erwähnt. Was genau macht Blackbeard als Bösewicht so interessant?

Er ist wirklich gefährlich. Ich finde die Besetzung von Ian McShane ausgesprochen clever, er ist einfach ein großartiger Schauspieler und bringt etwas in diese Figur ein, das sich jedem Klischee verweigert. Bei allem, was er macht, bringt er Wahrhaftigkeit ein. Und in den Augen seiner Figur sieht man etwas, das einem wirklich Angst einjagt. Niemals denkt man „Oh, das also ist der Bösewicht.“ Ian hat eine sehr komplexe Persönlichkeit erschaffen. Ich finde das großartig, und es war ausgesprochen clever von Rob, ihn für diese Rolle zu besetzen. In meinen Augen ist Ian einfach wunderbar. Niemand hätte diese Rolle besser spielen können, das kann ich mir nicht vorstellen. Er ist wirklich ein erstaunlicher Schauspieler und dann hat er noch diese unglaubliche Stimme.

Ihre Figur will ihn retten, aber es gibt ja auch diese Reizbarkeit und Schärfe an Blackbeard. Keiner weiß genau, was er vorhat, auf welcher Seite er steht, richtig?

Absolut. Angelica will sich nicht eingestehen, dass sie ihrem Vater nicht vertrauen kann. Sie will ihm die Chance geben, sich zu verändern und hört nicht auf, dafür zu kämpfen. Das aber ist sehr schwierig.

Wie schätzen Sie diesen Film ein? Was gefällt Ihnen daran? Was ist das Besondere an diesem Film?

Viele Filme dieses Kalibers werden nicht gedreht, und ich glaube, dass es in Zukunft noch weniger werden könnten, denn solche Filme erfordern einen riesigen Produktionsaufwand. Als Schauspieler empfindet man es als großes Privileg, an einem solchen Film mitwirken zu können. Zunächst einmal bietet sich hier die Gelegenheit, als Mitarbeiter sehen zu können, wie diese Art Filme entstehen. Ich liebe es, in Europa zu drehen, und wenn ich in Amerika vor der Kamera stehe, tendiere ich in den meisten Fällen dazu, mir kleinere Projekte mit wenig Action auszusuchen, denn hier finde ich die interessantesten Charaktere. In diesem Film aber traf beides zusammen. Ich fand eine sehr interessante Figur in einem wirklich großen Film, hatte damit die Gelegenheit zu beobachten, wie diese Art Filme entstehen. Und die Welt der Piraten liebe ich, weil sie so anziehend, reizvoll und interessant ist. Es war also aus vielen Gründen eine großartige Erfahrung. Ich schätze mich glücklich, an diesem Film mitgewirkt zu haben.

Können Sie uns etwas von den Neuzugängen erzählen, die der Zuschauer erwarten kann, von den Meerjungfrauen und den Zombies? Wie aufregend und spannend waren diese Figuren?

Jeder will doch Meerjungfrauen sehen. Wir haben uns alle schon vorgestellt, wie Meerjungfrauen wohl aussehen würden, gäbe es sie wirklich. Die Meerjungfrauen in diesem Film sind wunderschön, aber auch gefährlich. Ich erinnere mich, wie jeder am Set die Mädchen, die Meerjungfrauen und die Zeichnungen, die ein Bild von ihnen nach Einsatz aller Spezialeffekte vermitteln, sehen wollte. Und jetzt, da ich sie selbst gesehen habe, finde ich sie wirklich wunderschön. Sie sind sehr attraktiv, sehr sexy und geheimnisvoll. Die Filmemacher haben hier wirklich wunderschöne Bilder kreiert.

Und wie sieht es mit den Zombies aus? Wie haben Sie reagiert, als Sie die Zombies zum ersten Mal sahen?

Die Zombies können mich nicht wirklich schrecken, denn das waren alles großartige Typen, mit denen ich sechs Monate zusammen war. Einige von ihnen waren täglich fünf bis sechs Stunden beim Maskenbildner, und was hier das Make-up-Department geleistet hat, ist einfach erstaunlich. Jeder von ihnen hat hart an diesem Look gearbeitet. Aufstehen um 3 Uhr morgens gehörte auch dazu.

PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN ist ab 22. September 2011 auf DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D sowie als Download erhältlich.